Neue Ausstellung auf dem Friedhof Sophien II

9. März 2025 bis 15. Juni 2025 16 Uhr

CAFÉ LISBETH, Friedhof Sophien II, Bergstraße 29, 10115 Berlin


Der Ewige Tanz - Forever Dance

mit Katrin Hahner im Wärterhaus

und Variationen der Tarotkarte XXI: Die Welt im LISBETH

In einem Trauerritual für ihre verstorbene Tante summt die Künstlerin Katrin Hahner die Worte des 1958-Tanzhits „Schicke Schuh“ von Conny Froboess: „Schicke schicke Schuh, tanzen immerzu, tanzen ohne Pause“. Zu Lebzeiten tanzten ihre Tante und ihr Onkel dazu - jetzt ist sie in den „ewigen Tanz“ eingetreten und Hahner verändert die Worte zu „Tanzen dich nach Hause“. Katrin Hahners Film „HyperCycleJazz“, der in einer Videoinstallation im LISBETH Wärterhaus gezeigt wird, ist eine filmische Manifestation eines Rituals, das dazu dient, die Schwelle des Seins im Angesicht des Nicht- oder Nicht-mehr-Seins zu navigieren. Indem sie Dinge benennt, webt sie ein Netz zwischen Lebewesen und Landschaften, Gedanken und Gefühlen und lässt Raum für das Wunder. 
 

Der Titel des Films bezieht sich auf Manfred Eigens Theorie des „Hypercycle“, ein Konzept sich selbst erhaltender Zyklen miteinander verbundener Prozesse, von denen einer den nächsten katalysiert. Diese positive Rückkopplungsschleife, die wie die Liebe, die bleibt, nachdem eine Person stirbt verstanden werden könnte, wirft die Frage nach den generativen Qualitäten von sich wiederholenden Zyklen auf. Wenn Hahner dieses Phänomen mit der improvisatorischen Struktur des Jazz in Verbindung bringt, deutet sie darauf hin, wie wir bestimmte Verhaltensweisen und nichtlineare Dynamiken sowie die Kontinuität der menschlichen und mehr-als-menschlichen Ahnenreihe verstehen können.
 

In den Caféräumen des LISBETH wird das Thema des „ewigen Tanzes“ durch diverse Darstellungen der letzten Karte der großen Arkana des Tarots: „XXI: Die Welt“ aufgegriffen. Auf der Karte tanzt die hermaphroditische „Welt-Tänzerin“, mitten in einem Lorbeerkranz schwebend. Sie verkörpert Vollendung und den fortgeschrittenen Seeleszustand, der alle scheinbaren Gegensätze und Komplexitäten im Leben in einem fließenden Tanz mühelos zu integrieren vermag. 
 

Die Kuratorin Alexis Hyman Wolff hat sich an Tarot-Praktiker:innen und Künstler:innen in den Vereinigten Staaten und Europa gewandt und sie gebeten, jeweils ein Bild der Karte XXI aus ihrem Tarot-Deck vor dem Hintergrund eines Textils beizusteuern, das sie entweder zum Umhüllen oder zum Auslegen der Karten verwenden. Das Ergebnis ist eine Reihe von Flaggen mit Bildern von „der Welt“ z.B. aus Jean Noblet´s Tarot de Marseille von 1650, dem ikonischen Rider-Waite-Deck von 1909 sowie zeitgenössischeren Decks wie dem „Motherpeace“ von 1981 und dem Black Power Tarot, das von King Khan unter der Aufsicht von Alejandro Jodorowsky 2021 geschaffen wurde. 
 

Die Ausstellung „Der ewige Tanz“ eröffnet einen Raum für die Reflexion über den Tanz des Lebens und zeigt gleichzeitig Möglichkeiten für die Integration der Freuden und Sorgen des Lebens auf. 

 

Kuratiert von Alexis Hyman Wolff 

Ort: Friedhof Sophien II

Veranstalter: Kultur Büro Elisabeth


© Kultur Büro Elisabeth

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